Nachdem ich 2016 schreibend die Trauer um meinen Vater zu verarbeiten begonnen hatte, ging meine Geschichte noch weiter. Ja, da war die Pflege und der Tod meines Opas, aber da war noch was, und zwar die schwierige Beziehung zu meiner Mutter. Darum geht es in diesem Artikel: Narzisstische Mütter.
Durchs Journaling begann ich zu verstehen – Narzissmus entlarven
Es war Anfang 2020, Lockdown.
Und ein großes A4-Journal zog bei mir ein.
Jahrelang hatte ich mich in Gesprächen mit meiner Mutter ohnmächtig und schuldig gefühlt.
Aber war das wirklich wahr? War ich schuld an allem?
Ich begann zu schreiben und die Beziehung zu meiner Mutter zu reflektieren, ganz besonders unsere Gespräche. Ich machte mir Notizen, nachdem wir miteinander gesprochen hatten. So manches Gaslighting kann ich durch meine Aufzeichnungen bis heute noch entlarven. 🍀
Außerdem sprach ich regelmäßig mit einer Gestalttherapeutin.
Und las das das Buch „Narzissenkinder: Wenn Töchter unter narzisstischen Müttern leiden“ von Monika Celik*.
Ich erkannte, dass meine Mutter sehr viele narzisstisch Züge hatte und bereitete den Kontaktabbruch vor. Das war gar nicht so einfach, denn sie hatte Jahrzehnte lang dafür gesorgt, dass ich möglichst abhängig von ihr war.
Es war keine leichte Zeit und die berechnende Kommunikation mit ihr kostete sehr viel Kraft.
Knapp 1,5 Jahre später brach ich den Kontakt ab, das war 2022 mein Geburtstagsgeschenk an mich selbst.
Wie konnte meine Mutter zur Narzisstin werden?
Ich denke, kein Mensch denkt sich, ach, lass mich mal Narzisst werden. Menschen werden unbewusst zu Narzissten und das passiert meist schon in der Kindheit.
Ich habe meinen Opa gepflegt und weiß, dass das narzisstische Verhalten meiner Mutter eine Überlebensstrategie aus der Kindheit ist.
Beim Schreiben dieses Artikels bin ich auf das Buch „Warum es auch gut ist, Narzisst zu sein“* von Jochen Peichel gestoßen. Das klingt wirklich sehr vielversprechend! 😍Ich werde es bestellen und euch davon berichten.
Seit dem Kontaktabbruch sind über knapp 3 Jahre vergangen. Mir geht es gut und ich konnte einiges verarbeiten und nachträglich verstehen.
Und ich danke meinem Vater dafür, dass er mir immer vermittelt hat, dass mit meiner Mutter etwas nicht stimmt, denn ansonsten wäre ich sicherlich nicht so glimpflich davongekommen. So schade, dass ich nie mit ihm über diese Erkenntnis sprechen konnte, denn er verstarb viel zu früh, aber ich habe ihm dazu einen Brief geschrieben.
Danke fürs Lesen! Das war kein leichter Artikel für mich. Tatsächlich habe ich ihn vor ein paar Wochen bei einem Spaziergang geschrieben und mir dabei gedacht, den wirst du wohl erst in ein paar Jahren veröffentlichen können, aber er wollte jetzt raus in die Welt!
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